KiTa-Jubiläum: Das Miteinander, das Teilen, das Streiten und das Versöhnen lernen
Das war eine Jubiläumsparty ganz nach dem Geschmack der KiTa-Kinder: Laternenumzug, flotte Musik und eine eindrucksvolle heiße Feuershow von Knut Keller (Art Petit). Es gab ja auch Grund zum Feiern: 50 Jahre Evangelische Kindertagesstätte in Damp.

In einer Andacht mit vielen Eltern und Kindern ging Pastorin Kirsten Erichsen zuvor auf die Bedeutung und Funktion der von Sternen ein. „Bei den Sternen ist es wie bei Menschen: Keiner ist gleich. Jeder ist anders. Und jeder hat seinen ganz eigenen Platz entweder am Himmelszelt oder hier unten auf der Erde“.
Damps Bürgermeisterin Barbara Feyock hatte in der offiziellen Feierstunde betont, ein Rückblick auf 50 Jahre mache nicht nur die baulichen Veränderungen deutlich. „Man sieht, wie sehr sich die Anforderungen an die Kindergartenbetreuung verändert haben. Aus dem Kindergarten von damals ist heute eine hochprofessionelle, frühkindliche Bildungseinrichtung geworden.“ Die Entscheidung der drei Gemeinden Damp, Holzdorf und Thumby 1976 einen gemeinsamen Kindergarten zu bauen, sei eine der besten und nachhaltigsten Investitionen gewesen.

Hier werde das Fundament für unsere Gemeinschaft gelegt. „Denn ein Kindergarten ist nicht nur einfach ein Gebäude mit Spielzeug. Er ist das schlagende Herz einer familienfreundlichen Gemeinde. Er ist Ort, in dem unsere Kinder den Grundstein für ihre Zukunft legen. Hier lernen Kinder das Miteinander, das Teilen, das Streiten und das Versöhnen“.

Drei Bürgermeister, drei Pastoren und drei KiTa-Leiterinnen habe es in dieser Zeit gegeben, deutete Maike Lehmann, die derzeitige Leiterin, eine Symbolik des Zusammenhaltes an. In dem halben Jahrhundert habe sich vieles verändert: Spielzeug, Kleidung, Pädagogik und die Technik. Geblieben sei der Auftrag, Kinder in ihrer Einzigartigkeit willkommen zu heißen, sie zu stärken, ihnen Geborgenheit zu schenken und ihnen Werte mitzugeben: Nächstenliebe, Respekt, Vertrauen“.
Sie erwähnte zudem einige Kerndaten wie den Kindergartenanbau, der fünf Gruppen ermöglichte. 2018 sei der Kindergarten von der Trägerschaft der Kirchengemeinde in die des Kita-Werkes des Kirchenkreises gewechselt, weil die Anforderungen immer komplexer und schnelllebiger geworden seien – und leider auch die Widersprüche zwischen Theorie und Praxis. Lehmann dankte dem Träger und den Gemeinden für ihre stets wertschätzende Unterstützung, sowie dem Beirat und dem Förderverein.
Auf Veränderungen ging auch die frühere Leiterin Ulrike Spliethoff ein. Kitas seien damals dem Jugendwohlfahrtsgesetz untergeordnet gewesen, mit dem Hauptinhalt „Bewahrung“ und „Bewachung“. Erst seit Anfang der 90er Jahre gebe es ein eigenes KiTa-Gesetz mit einem eigenständigen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag. „Nirgend kann man gesellschaftliche Veränderungen so schnell wahrnehmen wie in einer KiTa“, sagte sie und nannte „sich verändernde Familienbilder, Veränderungen in der Arbeitswelt, schulpolitische Entscheidungen – alles mit Auswirkungen auf das KiTa-Leben – und mittendrin die jüngsten Menschen mit ihrem ganz eigenen Recht auf Kindheit und Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse im sozialen Kontext.“
„Wir brachten die reale Welt in die KiTa. Wir orientierten uns bei Projekten an den Interessen der Kinder. Es war eine neue Sichtweise: Nicht der Erzieher als Bestimmer, sondern als Entwicklungsbegleiter“. Spliethoff zeigte dazu eine Reihe von Beispielen auf und sagte: „Unser Leitbild ist geprägt von Grundgesetz („Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und Bibel („Alle Menschen sind gleich-wertig“).
Zuvor war Heike Markgraff, die erste Leiterin des Kindergartens, auf die Anfänge mit seinerzeit 39 Kindern in zwei Gruppen mit zwei Erzieherinnen eingegangen. Größer wurde der Kindergarten dann 1984, als der Betriebskindergarten im Ostseebad schloss. „Unsere Whats-App-Gruppe war damals der Einkauf bei Hartmann. Da erfuhren wir alle Neuigkeiten.“





